Jahreskreisfeste

Die naturverbundenen Völker lebten eingebettet in das unmittelbare Naturgeschehen. Für sie war es noch selbstverständlich, dass alles in ständigem Wandel ist, dass Tod und Leben eine Einheit sind, dass Zeit dehnbar, beweglich und aus Kreisen innerhalb von Kreisen besteht, dass im Jahreskreis Monatskreise, darin Tageskreise, darin Stundenkreise kreisen… und jeder Kreis in eine helle und eine dunkle Seite unterteilt ist und mit mit der dunklen Hälfte beginnt – da alles Sein aus der unfassbaren Finsternis geboren wird; wie der Same aus der dunklen Erde, das Kind aus dem dunklen Mutterschoß, der Tag aus der Nacht, das Licht aus der Dunkelheit. Jeder Tag stirbt in die Nacht und jeder neue Tag wird in der Nacht geboren, zu jedem Neumond stirbt ein Mondzyklus, während ein neuer geboren wird, …. Das Leben ist ein ständiger Fluss.

“Mit dem Fluss fließen,
mit dem Morgen geboren werden,
mit der Nacht sterben,
Stern unter Sternen
in der Ewigkeit des Alls.”

Der Jahreskreis in acht Teile – Speichen, Zeiträume – unterteilt. Diese Unterteilung ergibt sich durch das unmittelbare Erleben der werdenden und vergehenden Natur und ist kein abstraktes numerische Konstrukt. Die Zeiträume weisen unterschiedliche Qualitäten auf und sind Wirkungsfelder verschiedener Gottheiten, resp. des göttlichen Paares von Himmel und Erde, von Sonnengott und Vegetationsgöttin.
Der jeweiliger Beginn und Ende wurde durch ein Fest gefeiert. Es gab 4 Sonnen- und 4 Mondfeste. Die Sonnenfeste sind durch den immer gleichen Sonnenlauf kalendarisch festgelegt: die Sonnenwenden und Tagundnachtgleichen. Die Mondfeste, auch Kreuz-Viertel-Tage, sind dem Mondrhythmus zugeordnet und daher beweglich (die feste kalendarische Zuordnung erfolgte erst mit der römisch-kirchlichen Zeitvorstellung).

Es gibt inzwischen wieder viele Arten, wie die Jahreskreisfest gefeiert werden, mit unterschiedlichem Fokus und entsprechenden Ritualen. Ich möchte durch das Feiern der Jahreskreisfeste wieder – resp. intensiver – den Einklang  mit der Natur, den natürlichen Kreislauf des Werdens und Vergehens erlebbar machen. Zum anderen können wir unser Wahrnehmen der nichtalltäglichen Wirklichkeit entwickeln und stärken, da bei den Übergängen von einem Zeitraum zum nächsten die Grenzen zwischen den Welten besonders dünn sind.

Termine

mitzubringen sowie weitere Einzelheiten jeweils im Blog