Potenzen und Verordnungen

Der Begriff Potenz leitet sich ab von Erhöhung und bedeutet, dass sich homöopathische Mittel durch stufenweises Verdünnen und Verschütteln in ihrer Wirkungsweise erhöhen. „Wir potenzieren deshalb, um das Mittel so fein zu machen, dass es in die Lebenskraft einfließen kann“ (J.T. Kent). Der Verdünnungsmodus geschieht jeweils in 10ner, 100er und 50000er Schritten (D-, C- und LM- Potenzen).

In Fachkreisen der klassischen Homöopathen kommt es immer wieder zu heftigen Kontroversen über die Wahl der Potenzhöhe und Häufigkeit der Einnahme homöopathischer Mittel.

Hahnemann hat am Ende seines Lebens herausgefunden, dass es bei chronischen Krankheiten meistens nicht ausreicht, das Mittel nur einmal und in großen Abständen zu geben, sondern öfter und in steigenden Potenzschritten (Hahnemann, Organon, 6. Auflage, §246 – 248, 282 Fußnote). Das Gleiche gilt auch für akute Krankheiten, bei denen man das Mittel unter Umständen stündlich zu wiederholen hat. In beiden Fällen reduziert man das Mittel in der Häufigkeit der Gaben mit Besserung des Zustandes des Patienten. Bei dem richtig gewählten Similimum richtet sich die Potenzhöhe und die Häufigkeit der Einnahme des homöopathischen Mittels nach dem gesamten Erscheinungsbild des Patienten und dem Bild seiner Symptome. Jedes Individuum ist individuell und benötigt deshalb auch eine individuelle Verschreibung.