Samhain

Mit Samhain, dem (wörtlich) Ende des Sommers (sam-fin), beginnt die dunkle Jahreshälfte, die stille Jahreszeit. Es gibt unterschiedliche Auffassungen, wann es gefeiert wird – ich halte es mit der des Mondkalenders, da es eines der vier Mondfeste ist.

Im Jahrekreis steht Samhain Beltane, dem Beginn der hellen Jahreshälfte, gegenüber. So wie ich Beltane zu Vollmond feier, feier ich Samhain entsprechend zu Neumond (was meiner Ansicht auch bestens zu den Themen dieses Festes passt).
Aber man kann es genauso gut zu Allerheiligen (Papst Gregor IV legte im Jahr 837 fest, dass statt des heidnischen Samhain das christliche Allerheiligen am 1. November gefeiert werden sollte) und Halloween (der Abend vor Allerheiligen, “All Hallows Eve”) feiern.

 

Im Zentrum des Samhainfestes steht der Tod. Der alte König, der Sonnengott (die Sonne) stirbt. Der “Jäger” erlegt den Sonnenhirsch, raubt dessen Gattin, die Vegetationsgöttin, und verschleppt sie in die Unterwelt. Dort herrscht sie nun als Totengöttin – welche Hellsichtigen oft als altes Weib erscheint, z.B. im Wald, Reisig sammeln.

Es ist ein Fest des “Resümee”. Samhain ist die Nacht, die den Übergang vom alten ins neue Jahr symbolisiert und stellt einen freien Raum dar zwischen dem Alten und dem Neuen. Es ist Ende und Anfang. In solchen Zwischenräumen ist bekanntlich alles möglich. Die Wände zwischen den Welten sind nun besonders dünn. Wer möchte, kann Verträge mit der Anderswelt schließen oder wieder auflösen.

Zu Samhain kommt es zu einer Begegnung zwischen den Lebenden und den Toten (nicht, dass dies sonst im Jahr nicht geschehen würde, aber derzeit ist es leichter zu spüren). Der Kontakt zu den Ahnen, die Durchlässigkeit zur Totenwelt, ist wie gesagt ein Kernthema von Samhain. Laut vieler Überlieferungen können die Toten an diesem Abend an den Ort ihres früheren Lebens zurückzukehren. Die Verbindung zu unseren Ahnen, die hinter uns stehen, sind – ob wir uns dessen bewusst sind oder nicht – eine unserer größten Kraftquellen. Wir sind nicht von unseren verstorbenen Ahnen getrennt und können ihre allgegenwärtige Präsenz im Leben durchaus spüren, wenn wir uns dies erlauben. Früher wurden die Ahnen verehrt und geachtet und man bat sie um Rat und Beistand in allen wichtigen Angelegenheiten. Die Kraft und Hilfe, die von ihnen kam – und auch noch heute kommt, wenn wir uns ihr öffnen – ist groß. Daher schenkte man ihnen gerade in dieser Nacht besondere Aufmerksamkeit, z.B. in Form von einer Mahlzeit, die man für sie bereitstellte.

Dadurch dass die Schleier zwischen den beiden Welten besonders dünn sind und das Übernatürliche in unsere als Alltag bekannte Welt eindringt, eignet es sich auch wunderbar zum Orakeln.

Ich lade euch ein, das Ende der hellen Zeit, den Beginn der Stille und das Gedenken der Ahnen, am Feuer, in dem auch der Beltanebaum verbrennen wird, mit zu feiern.

Samstag, 29. Oktober, 17.00

mitbringen:
entsprechende Kleidung und Schuhwerk
Trommel/Rassel
Kerze im windgeschützten Behälter
getrocknete Kräuter/Tabak
Essensbeitrag (am besten fingerfood)
10.-€

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