Sterben in der Unterwelt

Das Thema Sterben steht im Jahreskreis im Vordergrund. Schon die Schwitzhütte war sehr intensiv und transformierend. Doch es geht weiter:
Kurz vor dem Neumond treffen sich Mond und Venus am 17. November noch ein achtes Mal in diesem Venuszyklus (12° Skorpion 21′). Exakt um 9.15 Uhr, wo sie nicht zu sehen sind, aber wer den östlichen flachen Horizont gut sehen kann, kann sich am Funkeln von Jupiter (8° Skorpion 10′), Mond und Venus kurz vor Sonnenaufgang erfreuen.

Das achte Tor ist das sogenannte Tor der Absicht. Tief tief in der Unterwelt begegnet Inanna nun ihren tiefsten Ängsten. Sie gibt sich hin, lässt sich an den Haken hängen, ist bereit zu sterben und zu verrotten. Sie erkennt in der Konfrontation mit ihrer Schwester Ereshkigal, dass sie gegen diese, dh. gegen ihre tiefsten, dunkelsten, wildesten und abgründigsten Wesensanteile, keine Chance hat.

Während der letzten Monate ging es darum, uns von allen verzerrten Abbildern unserer wilden inneren Frau zu befreien. Jetzt geht es darum, uns unseren tiefsten Ängsten, die wir ihr gegenüber haben, zuzuwenden – anstatt, wie wir das meist im Alltag tun, vor ihnen wegzurennen. Es geht darum, aus eigener Absicht die eigene Identität abzugeben und sich auf die völlige Leere und Sinnentleertheit einzulassen. Wenn wir bereit sind, zu sterben, wenn wir bereit sind, unsere tiefsten Ängste zu verabschieden, ist der tiefgreifende Wandel möglich und werden wir neu erschaffen.

Nach dieser Konjunktion ist Venus von der Erde am weitesten entfernt, reist mit der Sonne und ist dann für viele Wochen nicht mehr sichtbar. So geschieht auch das Sterben tief in uns drin, ist nicht sichtbar – bis Venus als Abendstern im Februar wieder erscheinen wird.

Jede und jeder einzelne, der sich auf diesen Prozess einlässt, kreiert eine neue kollektive kraftvolle Verkörperung des Weiblichen mit. In diesem Zyklus geht es um die wilde weibliche Frau. Sie ist seit vielen Jahrtausenden unterdrückt, eingeschränkt, im Korsett, verzerrt, dämonisiert. In einigen Kulturen mehr als in anderen. Doch es gab eine Zeit davor, vor diesen Geschichten, als die weibliche wilde Kraft heilig war.
Während dieses Zyklus können wir das verloren gegangene Wissen über sie wach rufen, uns erinnern, sie in uns wieder entdecken und ihr erlauben, sich zu gestalten.
* Was ist deine Art, dich instinktiv, leidenschaftlich, kreativ auszudrücken?
Genauso unterdrücken wir die wilde Erde. Wir dämonisieren die wilden Naturkräfte, versuchen der Natur Herr zu werden, sie in ein Korsett zu stecken.
* Wo könnte dein Garten, wenn du einen hast, wild und uneingeschränkt wachsen?
Die wilde Frau trägt in ihrem Bündel alle Medizin, sie  bringt Geschichten, Lieder, Wörter, Zeichen und Symbole.
* Was sind deine Geschichten und Lieder?

Wenn wir sie in unseren Beziehungen leben, begegnen wir weiteren Aspekten der lebendigen wilden Frau im Andern. Je mehr Menschen dies tun, desto vielfältiger wird ihr Ausdruck und desto stärker der Wandel auf der kollektiven Ebene. Du tust es also für dich und andere.

 

 

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